Über uns 

 

Im Frühjahr 1960 eröffnete Sergio Talamini, nach zwei Jahren Lehre in Wuppertal, das Lido Eis in der Bruchfeldstraße 38, wo es noch heute ansässig ist.

Dort lernte er seine Frau Gerti kennen, die dann mit ins Geschäft einstieg, und so stand das Gerüst von Lido Eis für lange Jahre.

Am Anfang war das Angebot eher dürftig (Bild unten), wenn man es mit der heutigen Zeit vergleicht. Im Laufe der Jahre erweiterte es sich bis auf jetzige 22 Eissorten und bis zu 40 Eisbecher.

In den 70ern wurde das Lokal erstmals renoviert und eine Sommerterrasse zum Draussensitzen kam hinzu.

Ab 1984 beteiligten sich die beiden Söhne Mario und Bruno an dem Geschehen, bis im Jahr 2001 Mario das Geschäft alleine übernahm.

Es folgte ein Jahr später die letze umfangreiche Renovierung. Die Eisdiele verfügt jetzt über ein Straßenverkauf  und die Sommerterrasse bietet nun Schutz auch bei Regenschauer.

Da der Betrieb zur heutigen Zeit fast das ganze Jahr über geöffnet ist, ist die Inneneinrichtung zum gemütlichen Kaffeetrinken und Kuchenessen umgestaltet worden.

Wir verfügen nun über ca. 60 Sitzplätze, 25 innen und 35 außen.


 

DIE FÄHIGKEITEN DES EISES 


Das Eis ist nicht nur eine sommerliche Naschhaftigkeit: 

Es ist ein wahres Nahrungsmittel, das während des ganzen Jahres und nicht nur während der warmen Jahreszeit verzehrt sein sollte. Es geht im Folgenden um die vielen Qualitäten des handwerklichen Eises. Das industrielle Eis steht in einem Verhältnis zum handwerklich gemachten Eis wie ein obwohl wunderschön gedrucktes Buch zu einem mittelalterlichen Kodex mit Miniaturen: Gegenstand eines volkstümlichen Verbrauches das erstere und Liebe das zweite.

Und ebenso wie auch heute noch ein kunstgewerbliches Werk (ein geschnitztes Möbel, ein Murano Figürchen, ein handgewobenes Gewebe), das aufgrund der Herkömmlichkeit erzeugt ist, Sorgfalt und Phantasie beibringt, ist das "wirkliche" handwerkliche Speiseeis ein uns vererbtes Gut, das nicht in Gefahr ist, verloren zu werden, solange es jemanden gibt, der auf die Bequemlichkeit der vorfabrizierten "Eisbecher" und "Eistüten" verzichtend es am Leben erhält.

Kehren wir jedoch zum Eis, natürlich zum handwerklichen Eis, zurück. Vor allem müssen wir eine Frage stellen: 


Ist das Speiseeis nützlich und wohltuend? 

Wie bekannt wurde in den vorherigen Jahrhunderten das Eis gewöhnlich gegen die Mitte des Mahles aufgetragen, da man annahm, daß es imstande sei, das schon Verzehrte "herunterrutschen" zu lassen und den Magen für weitere Speiseaufnahmen günstig einzurichten. Und wenn man die äußerst lange Reihe von Gerichten in Anbetracht zieht, die damals ein dieses Namens würdiges Mahl ausmachten, müssen wir wirklich sagen, muß das Speiseeis tatsächlich als Verdauungs-Aperitif wirksam gewesen sein. 

In der Tat erreicht das Eis (obwohl durch den Durchgang durch den Mund und die Speiseröhre zwar teilweise erwärmt) den Magen noch kalt genug: und diese Kälte ist für das Anregen der Magensäfte nützlich. Daher, wenn das Eis am Ende des Mahles verzehrt wird, wirkt es günstig auf die Verdauung im Magen, während es vor der Mahlzeit gegessen den Magen für eine weitere Speiseaufnahme einrichtet und den Appetit anregt.

Daher hätten diejenigen, die an einer schwierigen Verdauung leiden, einen bedeutenden Vorteil dadurch, das Mahl mit einem Eis zu beendigen: und diejenigen, die keinen Appetit haben, würden dadurch einen Gewinn haben, wenn sie ihr Mahl mit einem Eis als Aperitif beginnen würden. Und dies natürlich unabhängig davon, ob die Jahreszeit warm oder kalt ist. 

Viele Mütter die sich zum Beispiel über den Appetit ihrer Kinder beklagen, könnten ihnen vorteilhafter weise vor dem Mahl ein Eis geben; aber dasselbe kann gemacht werden, um die Appetitlosigkeit älterer Personen, der Genesenden usw. zu beheben. 

Durch die Zusammensetzung des Eises ist es zweifelsfrei, daß es nicht "schadet": im Gegenteil, obwohl es nicht übertrieben kalorienreich ist (40-50 Gramm Eis, die schon eine schцne Portion sind, bringen nur 96-120 Kalorien ein) bietet es einen guten Proteinbeitrag (von Proteinen tierischen Ursprungs und mit hohem biologischem Wert, da es sich um Milchprodukte handelt), einen guten aber nicht übertriebenen Beitrag an Fetten (eben auch von der Milch stammende fette) und einen Anteil an Zucker, der obwohl nicht zu gering, keine Gefahr für die Linie ist. Darüber hinaus ist das Speiseeis (wie die Milch und der Käse) reich an Kalzium, und daher für Kinder und alte Leute besonders geeignet. 

Warum hört man dann oft, daß das Eis nur eine von der Gefräßigkeit diktierte Laune ist? Das Speiseeis ist eine echte Nahrung: theoretisch könnte man von Speiseeis ergänzt durch Gemüse und Obst leben. 

Eigentlich müßte das Eis während des gesamten Jahres verzehrt werden. Trotzdem ist das Eis während der kalten Jahreszeit in vielen Orten unauffindbar aus Ehrerbietung jenen Sitten gegenüber, die man aus reiner Gewohnheit blind anerkennt, ohne sich über die Ursache klar zu sein. Dies, obwohl es Personen mit schlechter Verdauung, Kinder, Erwachsene und alte Leute ohne Appetit und Bettlägerige während des ganzen Jahres gibt. 

Man soll auch an die rein diätetischen Verwendungen des Speiseeises denken. Zum Beispiel, diejenigen, die eben in der winterlichen Jahreszeit an Mandelentzündung und Angina leiden und die daher Schmerz und Schwierigkeiten beim Schlucken haben, könnten ihre Ernährung durch leicht schluckbares Eis, dessen kalte Temperatur eine bestimmte schmerzstillende Wirkung ausübt, ergänzen. Und man soll nicht denken, daß eine kalte Nahrung dem "Halsweh" schadet: die Entzündungen werden durch die Kälte und sicherlich nicht durch die Wärme eingedämmt. 

Es ist im allgemeinen offensichtlich, daß das Eis in allen Fällen von Behinderung oder Schmerz beim Schlucken nützlich ist: zum Beispiel bei einer Mandeloperation. 

Alles in allem gibt es für das Eis wie alle Nahrungen eine einzige Gegenindikation: die Gallenblasen Entzündung. In allen anderen Fällen kann es jedoch frei, unabhängig von der Jahreszeit und dem Alter verzehrt werden. In anderen Sonderfällen ist es sogar eine ausgewählte, nützliche und nahrhafte Speise, wie wir schon gesehen haben. 

Einige Worte können noch zu Gunsten seines Inhaltes an Luft gesagt werden, ein Argument, das viele zur Herabsetzung des Wertes als Nahrung benützen. 

Der Luftinhalt darf natürlich nicht übertrieben sein, wie dies manchmal bei industriellem Eis vorkommt: die wenige Luft jedoch, die natürlich (und unvermeidlich) bei seiner Herstellung in das Eis gelangt, ist kein Fehler, sondern ein Vorzug. 

Vor allem erhöht dies die "Leichtigkeit" für den Mund, wodurch es angenehmer wird; zweitens bewirkt es, daß die Teilchen des Eises intensiver mit den Geschmackspapillen und den Magenwänden in Berührung kommen, wodurch seine anregende Fähigkeit auf die Magensäfte erhöht wird.


(Quelle: "dolce & freddo"; Guido Razzoli)